Seit dem 21. April 2012 sitzt der junge Antifaschist Deniz K. in bundesdeutschen
Gefängnissen.
Der Vorwurf gegen ihn lautete, er habe auf einer Demonstration gegen die
Verstrickung des Verfassungsschutz in den NSU am 31.3.2012 in Nürnberg
versucht, mit einer Fahnenstange 5 PolizistInnen zu töten.

Konkret wurde ihm vorgeworfen, er habe mit einer Fahnenstange nach PolizistInnen
geschlagen, die versuchten in die Demonstration einzudringen.
Dieser angebliche Totschlagversuch fand jedoch nicht einmal Einzug in den
Polizeibericht des Tages und noch immer lassen sich keine verletzten BeamtInnen
finden. Einen Monat später nahm man Deniz K. auf einer antifaschistischen
Demonstration in Ludwigshafen fest und konfrontierte ihn mit dem Vorwurf des
versuchten 5-fachen Totschlages.
Am 14. November verurteilte ihn das Landgericht wegen Körperverletzung,
Landfriedensbruch und Widerstand gegen Vollzugsbeamte zu 2 ½ Jahren
Gefängnis.
Der letzte Kommentar Deniz's vor dem Urteil („Bevor sie mich schuldig
sprechen, sprechen sie erst einmal die Polizisten für schuldig die auf die
Demonstranten eingeschlagen haben.“ ) führt noch einmal die
Realität in diesem sogenannten Rechtsstaat vor Augen.
Die staatliche Exekutive begeht permanent Rechtsbruch. Sei es durch das Abfilmen
friedlicher Demonstrationen, durch das konstante Einkesseln von DemonstrantInnen
wie beispielsweise am 1. Mai in Heilbronn, durch brutale Polizeiübergriffe
wie in Göppingen oder eben am 31. März.
Das rechtlich
problematische
Verhalten der Polizei findet vor Gericht keinen Raum, stattdessen wird
gegen
jene ermittelt, die sich gegen diese Willkür zu Wehr setzen. Die Justiz
stellt der Polizei quasi einen rechtsfreien Raum zur Verfügung
und verfolgt deren Gewaltakte zumeist nur, wenn es erheblichen
öffentlichen
Druck gibt und selbst dann bleiben Verurteilungen eine Seltenheit.
Ein Beispiel hierfür sind die Proteste gegen die „Bürgerbewegung
Pax Europa“ am 2. Juni 2011 in Stuttgart. Die rassistische
„Bürgerbewegung“ hatte für diesen Tag zu einer Kundgebung
aufgerufen, wogegen mehrere hunderte Menschen protestierten. Über 16 von
ihnen wurden an diesem Tag verletzt, u.a. mit Kopfwunden und
Knochenbrüchen. Die anschließenden Strafanträge der Opfer wurden
allesamt von der Staatsanwaltschaft kassiert, welche stattdessen
Strafanträge gegen mehrere GegendemonstrantInnen stellte.
Eine Aufarbeitung
der Polizeigewalt schien politisch und juristisch ungewünscht, weshalb man
der Polizei für diesen Tag pauschal ein Notwehrverhalten zuschrieb. Für Deniz K. gab es diese Verhaltensmöglichkeit nicht.
Diesem Staat geht nicht darum, mit der Justiz, „unabhängig und
gerecht“ ein Urteil zu sprechen, sondern mit ihr politisch zu wirken. Mit
ihr antifaschistischen, gesellschaftskritischen Protest zu diffamieren und
einzuschüchtern. Dafür verurteilte man Deniz.
Für seine Identität als Antifaschist und Kommunist.
Diesen politischen
Hintergrund zeigte bereits die realitätsferne Anklageerhebung auf und wurde
durch das unverhältnismäßige Urteil, sowie der fehlenden
Ermittlungen gegen die Polizei bestätigt. Deniz K. wurde Opfer der bundesdeutschen Gesinnungs- und Klassenjustiz.
Selten war die Parole „Betroffen ist einer, gemeint sind wir alle“
angebrachter.
Aus diesem Grund garantieren wir Deniz K. ob während des
Berufungsverfahrens oder einer Haftzeit unsere ungebundene Solidarität.
Niemand wird vergessen, Niemand wird alleine gelassen!
Freiheit für alle politischen Gefangenen! Free Deno!
Unterstützt durch:
Antifaschistische Aktion (Aufbau) Stuttgart
Antifaschistisches Aktionsbündnis Stuttgart und Region
Antifaschistische Initiative Leonberg
Antifaschistische Jugend Rems Murr
Halkevi/Volkshaus Kirchheim / Teck
Rems-Murr Nazifrei!
Offenes Antifaschistisches Bündnis Kirchheim / Teck
VVN-BdA, Kreisverband Esslingen
Weiler schaut hin e.V.